TWO ACTS

TWO ACTS

Datum: 01. November 2012
Komposition: Vladimir Rannev
Produktion: Goethe Institut
Ort: Eremitage St. Petersburg (RU)
Achtmal Faust und achtmal Hamlet in einer konstruierten Konversation, die in Berlin in ca. 400 Audioaufnahmen und 80 Videoaufnahmen aufgezeichnet und dann in St.Petersburg mit Live-Musikern und der Sängerin Natalya Pschenitschnikowa uraufgeführt wurde. Die Videoprojektion ist fassadenfüllend.

Im Atrium des Generalstabs der Staatlichen Eremitage findet im Rahmen des Deutschlandjahres in Russland 2012/13 die Premiere von Wladimir Rannevs Oper “Zwei Akte” statt. Das Libretto stammt von Dmitri Prigow, einem der wichtigsten Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. “Zwei Akte” eröffnet die “Dmitri-Prigow-Tage in der Staatlichen Eremitage”, die zur Eröffnung des Saals des Künstlers in der Dauerausstellung des Museums ausgerichtet werden.

Der Text des Librettos wurde vom Autor eigens für den Komponisten geschrieben und bisher nicht veröffentlicht. Prigows Helden sind, wie häufig in seinen Werken, Personen aus der Kulturgeschichte. In diesem Fall sind es Hamlet und Faust. Nach den Worten von Wladimir Rannev sind die Figuren für Prigow in der europäischen Kultur verwurzelte Typen mit einer stark reflektierenden Weltanschauung. Das reflektierende Moment ist im Stück jedoch nicht so stark ausgeprägt wie in den Originalen. Wir haben es nicht mit Helden oder außergewöhnlichen Persönlichkeiten zu tun, sondern mit Durchschnittsmenschen, ja sogar gesellschaftlichen Außenseitern, die durch ihre Anschauungen unbequem und komisch wirken. Ihr trauriges Los liegt darin, dass die modernen Lebensformen ihnen keinen Anreiz geben, ihre Vorherbestimmung zu erfüllen. Sie befinden sich nicht im Zwietracht mit dem Pathos ihrer “tiefgründigen Gedanken”, sondern fügen dieses Pathos wie die Requisite eines Rituals in sich ein, als wenig lästige Gewohnheit. Heute sind sie, um es mit den Worten Maximilian Woloschins zu beschreiben, nicht mehr als Sprachlärm.
Die Oper wird von deutschen Musikern des Ensembles Mosaik unter der Leitung von Enno Poppe, einem der führenden europäischen Ensembles der modernen Musik, aufgeführt. Das Ensemble ist auf den großen Bühnen Europas zu Hause und tritt regelmäßig bei internationalen Festivals moderner Musik auf. “Zwei Akte” ist der erste Besuch der Musiker in St. Petersburg.
Die Solisten, Natalia Pschenitschnikowa, Rainer Killius und Gunnar Brandt-Sigurdsson sind ebenfalls klangvolle Namen aus der Welt der modernen akademischen Musik.
Wladimir Rannev tritt hier erstmals auch als Regisseur auf, der Videokünstler aus dem Petersburger Theater “AXE” – Oleg Michaikow, Kirill Malowitschko, Georgi Mamatow – zur Zusammenarbeit eingeladen hat.
Die führende Rolle in der Aufführung kommt Multimediainstallationen zu, die im unlängst renovierten Atrium des Generalstabs der Eremitage einen ungewöhnlichen szenischen Raum schaffen.

Regie – Vladimir Rannev
Musikalische Leitung – Enno Poppe
Video – Oleg Mikhailow, Kirill Malowitchko, Georgi Mamatow
Solisten – Natalja Pschenitchnikowa, Gunnar Brandt-Sigurdsson, Rainer Killius
Gefördert vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten
Goethe Institut St. Petersburg

Direkter Link zu diesem Video: Beginn Faust/Hamlet